A Match Made in Heaven - Warum sich viele Rechte hinter Israel stellen
1. Antimuslimischer Rassismus als gemeinsamer Nenner
Viele rechte Bewegungen in Europa und den USA teilen ein ausgeprägtes antimuslimisches Feindbild. Israel erscheint ihnen dabei als Vorposten des Westens im Kampf gegen den Islam.
Von Teilen der Rechten wird der Genozid in Gaza begrüßt: Die militärische Gewalt gegen eine muslimische (Zivil)Bevölkerung trifft auf den unter Punkt 1 beschriebenen antimuslimischen Rassismus, zugleich erscheint Israel als Beleg dafür, dass "ethnische Homogenisierung" und Vertreibung einer als fremd definierten Bevölkerungsgruppe politisch durchsetzbar sind ohne internationale Konsequenzen fürchten zu müssen. Aber der Antisemitismus verschwindet dadurch nicht. Er wird vielmehr durch einen Feind ergänzt, der in der gegenwärtigen politischen Situation als strategisch nützlicher erscheint.
2. Ethnopluralismus als Vorbild
Teile der Neuen Rechten, insbesondere in Europa, sehen in Israel ein Modell für
... show moreA Match Made in Heaven - Warum sich viele Rechte hinter Israel stellen
1. Antimuslimischer Rassismus als gemeinsamer Nenner
Viele rechte Bewegungen in Europa und den USA teilen ein ausgeprägtes antimuslimisches Feindbild. Israel erscheint ihnen dabei als Vorposten des Westens im Kampf gegen den Islam.
Von Teilen der Rechten wird der Genozid in Gaza begrüßt: Die militärische Gewalt gegen eine muslimische (Zivil)Bevölkerung trifft auf den unter Punkt 1 beschriebenen antimuslimischen Rassismus, zugleich erscheint Israel als Beleg dafür, dass "ethnische Homogenisierung" und Vertreibung einer als fremd definierten Bevölkerungsgruppe politisch durchsetzbar sind ohne internationale Konsequenzen fürchten zu müssen. Aber der Antisemitismus verschwindet dadurch nicht. Er wird vielmehr durch einen Feind ergänzt, der in der gegenwärtigen politischen Situation als strategisch nützlicher erscheint.
2. Ethnopluralismus als Vorbild
Teile der Neuen Rechten, insbesondere in Europa, sehen in Israel ein Modell für einen ethnisch und religiös definierten Nationalstaat. Bewundert werden eine starke nationale Identität, die konsequente Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdgruppe sowie ein Apartheidsystem, das den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Rechte zuspricht. Das eigene Konzept des Ethnopluralismus, nach dem verschiedene Völker möglichst getrennt voneinander leben sollten, hat mit Israel ein international anerkanntes Vorbild gefunden.
3. Die Umdeutung der "Judenfrage"
Die Unterstützung Israels durch Teile der extremen Rechten bedeutet häufig keine Abkehr vom Antisemitismus, sondern dessen Anpassung an die Gegenwart. Mit der Existenz Israels erhält die historische Logik der Ausgrenzung eine neue Form: Juden hätten ihren "eigentlichen" Platz in Israel, unabhängig von ihrer eigentlichen Staatsangehörigkeit. Diese Vorstellung knüpft an zionistische Narrative und verbindet sie mit einer Logik der "Entfremdung jüdischer Gemeinschaften" außerhalb Israels. So können dieselben Akteure Israel demonstrativ unterstützen und zugleich im eigenen Land antisemitische Codes oder Verschwörungserzählungen bedienen.
4. Religiöse Spinner
Vor allem in den USA, aber auch vereinzelt in Deutschland, spielt der christliche Zionismus eine wichtige Rolle. Insbesondere evangelikale Gruppen betrachten die Rückkehr der Juden nach Israel als notwendige Voraussetzung für die Wiederkunft Christi.
Die Unterstützung Israels folgt dabei nicht in erster Linie einer Solidarität mit jüdischem Leben, sondern es wird zum Instrument einer fanatischen Endzeiterzählung.
5. Stigmata des Rechtsextremismus
Für Parteien und Bewegungen mit rechtsextremen Tendenzen kann demonstrative Israel-Solidarität zudem eine strategische Funktion erfüllen. Sie dient dazu, sich gegen Antisemitismusvorwürfe zu immunisieren. Gleichzeitig finden sich in diesem Milieu weiterhin antisemitische Narrative, etwa in Form von Verschwörungserzählungen.
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