Nicht einfach nur schön
Die auffälligen Farben und Muster vieler Schmetterlinge erfüllen ganz unterschiedliche Funktionen. Sie können beispielsweise der Tarnung, der Partnerwahl oder der Warnung vor Fressfeinden dienen.
Ein Forschungsteam der University of Exeter hat nun untersucht, ob die Muster es möglicherweise auch erschweren, dass Fressfeinde die Flugbewegungen richtig einschätzen.
Die Idee dahinter ist, dass sich die Flügel beim Fliegen ständig auf und ab bewegen, während der Körper gleichzeitig vorwärts fliegt. Kontrastreiche Streifen und andere Muster erzeugen dabei zusätzliche Bewegungsreize, die sich teilweise mit der tatsächlichen Flugrichtung überlagern können und so Räuber irritieren.
Um diesen möglichen Effekt zu untersuchen, filmten die Forschenden zunächst startende Schmetterlinge mit Hochgeschwindigkeitskameras (werft bei Interesse gerne einen Blick in das Supplementary Material der Studie).
Anschließend analysierten sie die Aufnahmen mit e
... show moreNicht einfach nur schön
Die auffälligen Farben und Muster vieler Schmetterlinge erfüllen ganz unterschiedliche Funktionen. Sie können beispielsweise der Tarnung, der Partnerwahl oder der Warnung vor Fressfeinden dienen.
Ein Forschungsteam der University of Exeter hat nun untersucht, ob die Muster es möglicherweise auch erschweren, dass Fressfeinde die Flugbewegungen richtig einschätzen.
Die Idee dahinter ist, dass sich die Flügel beim Fliegen ständig auf und ab bewegen, während der Körper gleichzeitig vorwärts fliegt. Kontrastreiche Streifen und andere Muster erzeugen dabei zusätzliche Bewegungsreize, die sich teilweise mit der tatsächlichen Flugrichtung überlagern können und so Räuber irritieren.
Um diesen möglichen Effekt zu untersuchen, filmten die Forschenden zunächst startende Schmetterlinge mit Hochgeschwindigkeitskameras (werft bei Interesse gerne einen Blick in das Supplementary Material der Studie).
Anschließend analysierten sie die Aufnahmen mit einem Computermodell, das die Bewegungsverarbeitung im visuellen System von Vögeln nachbildet und verschiedene Bewegungsrichtungen darstellte.
Zusätzlich simulierten sie die Flugbewegungen von 757 unterschiedlichen Flügelvarianten aus 397 europäischen Schmetterlingsarten.
Besonders kontrastreiche Muster und bestimmte Streifenanordnungen erzeugten starke widersprüchliche Bewegungssignale.
Ob solche visuellen Täuschungen tatsächlich Angriffe beeinflussen können, überprüfte das Team mit 100 menschlichen Versuchspersonen. Diese sollten auf einem Bildschirm fliegende, digital animierte Schmetterlinge mit dem Finger treffen.
Tatsächlich verschoben sich die Angriffspunkte abhängig vom jeweiligen Flügelmuster. Bei Mustern mit besonders starken Täuschungseffekten landeten die „Angriffe“ häufiger hinter dem Schmetterling.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass auffällige Flügelmuster nicht nur im Ruhezustand eine Funktion erfüllen, sondern gerade im Zusammenspiel mit der Bewegung ihre Bedeutung zeigen.
Ob und wie stark dieser Vorteil auch bei tatsächlichen Angriffen durch Vögel zum Tragen kommt, muss allerdings noch untersucht werden.
Ich vermute mal, das Team rekrutiert gerade 100 freiwillige Meisen.
Quelle :
Hancock et al. (2026), Nature, „Butterfly wing patterns in flight create powerful illusory motion cues“
doi.org/10.1038/s41586-026-110…
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