Wenn die anderen das schaffen, muss ich … das nicht!
Spätestens bei 30 Grad funktioniere ich nur noch im Energiesparmodus, während andere von herrlichem Wetter sprechen und Aufblühen.
Während andere entspannten dem Bus hinterherflitzen, bin ich aus der Puste.
Während andere Schlager lieben, verdrehe ich die Augen.
Und du? Was ist dein Satz?
Manchmal machen uns solche Unterschiede nichts aus, aber manchmal machen sie uns auch schwer zu schaffen. Wie können wir den Fallstricken der eigenen Gedanken entkommen?

„Lauft ihr mal, ich nehme den nächsten Bus.“
Manchmal kann ich das ganz entspannt denken. Insbesondere in Situationen, in denen ich Zeit habe. Es ist nicht schlimm, wenn ich einen Bus oder eine Bahn später nehme.
Gerade hadere ich mit meinen den Grenzen meiner Belastbarkeit bei Hitze und vielleicht schreibe ich diesen Beitrag auch ein wenig für mich selbst.
Ressourcen aktivieren
Ressourcen sind ein Schlüssel für eine gelassene Reaktion darauf, dass andere etwas schaffen, zu dem wir selbst gerade nicht in der Lage sind.
Wie sieht es zeitlich, emotional und kognitiv aus? Diese Ressourcen hängen eng mit einander zusammen, wenn es darum geht, wie wir eine Situation für uns bewerten, mit ihr umgehen und uns fühlen.
Sind wir emotional gerade stabil oder in guter Stimmung, neigen wir dazu, die Situation eher gelassen zu nehmen.
Haben wir gerade die Möglichkeit über die Situation angemessen nachzudenken?
Weitere wertvolle Ressourcen könnten Humor oder soziale Kontakte sein.
Die Fallstricke sozialer Vergleiche
Es gibt grundsätzlich drei Richtungen, in die wir uns vergleichen können:
- aufwärst, mit Menschen die etwas besser können als wir
- abwärts, mit Menschen die noch nicht so weit sind wir wir
- horizontal, Menschen auf einer vergleichbaren Ebene
Jeder dieser Vergleiche hat seine Berechtigung und Vorteile. Ein Aufwärtsvergleich kann uns anspornen oder inspireren. Ein Abwärtsvergleich kann uns zeigen, was wir bereits erreicht haben und den eigenen Selbstwert verstärken. Ein horizontaler Vergleich kann uns Orientierung geben.
Tja und dann gibt es noch die Fallstricke. Wir fühlen uns schlecht, weil andere etwas schaffen, was uns nicht gelingt.
Hinterfrage deinen Vergleich:
- Ist der Vergeleich den du ziehst fair und realistisch?
- Was übersiehst du bei der Person mit der du dich vergeleichst?
- Kann die andere Person es wirklich besser?
- Zu welchem Preis bekommt die andere Person das hin, was dir so schwer fällt?
Das ist nur eine Auswahl von möglichen Fragen, die du dir stellen kannst, um eine neue Perspektive auf deinen Vergleich zu bekommen.
Und wenn du dich mit dir selbst vergleichst?
Auch hier gibt es eine fiese Falle, die zu Frust führen kann, wenn du etwas nicht mehr so gut kannst wie früher.
Das kann motivieren, daran zu arbeiten, es wieder zu können. Allerdings können auch biologische Faktoren eine Rolle spielen … das liebe Alter … Möglicherweise haben sich aber auch weitere Faktoren verändert, die du gerade nicht im Blick hast?
Erweitere auf jeden Fall die Perspektive, denn auch hier gilt, du hast dich verändert und Unterschiede zu deinem vergangenen Ich sind nicht unbedingt etwas schlechtes.
Inwiefern hast du dich weiter entwickelt?
Ursachenzuschreibung
Wie wir uns fühlen, hängt stark davon ab, ob wir die Ursache eines Effektes uns selbst oder anderen zuschreiben.
Wenn ich den Bus verpasst habe, kann ich mir selbst die Schuld geben, dass ich zu langsam gelaufen bin. Ich kann auch auf den Bus schmimpfen, der nicht auf mich gewartet hat. Oder falls es eine Verspätung ist, dem Bus die Schuld geben, dass er nicht noch einen Moment später gekommen ist.
Wir haben ganz individuell eine Neigung dazu Dinge eher äußeren oder inneren Ursachen zuzuschreiben. Dies kann sich darin Unterscheiden, ob es sich um Erfolge oder Misserfolge handet. Wenn eine Note schlecht ausfällt, waren die Fragen schwierig, ist sie gut ausgefallen, hat das Kind eine gute Leistung erbracht und fleissig gelernt.
Meist ist es ein Zusammenspiel von internalen und externalen Faktoren. Unsere Bewertungsmuster haben einen Einfluss auf die wahrgenommene Selbstwirksamkeit, den eigenen Selbstwert und natürlich wie wir uns mit dem Ereignis gerade fühlen.
Erwartungserwartungen
Das ist noch so eine fiese Sache, bei der wir uns selbst Fallstricke spinnen.
Was denkst du, was andere von dir erwarten, dass du schaffst?
Wenn ich denke, andere erwarten, dass ich bei über 30 Grad voll leistungsfähig bin, werde ich mir Mühe geben, dies auch zu sein. Wahrscheinlich haben die Menschen aber tatsächlich sogar Verständnis, wenn die Konzentration nicht bei 100 % liegt.
Was erwartest du von dir selbst?
Was denkst du was, andere von dir erwarten?
Möglicherweise liegt das, was du von dir selbst erwartest und was du denkst, was andere von dir erwarten, über dem, was sie tatsächlich von dir erwarten.
Ein Indiz dafür könnte sein, wenn du von dir selbst mehr erwartest, als du es von anderen erwartest.
Dreh mal die Erwartungs-Erwartungs-Schleife.
Einladung zur Selbstreflexion
Zu welchen Denkmustern neigst du?
Welche wirken sich positiv auf deine Stimmung und deinen Selbstwert aus?
Wie fair bist du zu dir selbst in deinen Denkweisen?
Tritt mal einen Schritt zurück und denke über deine Situation mal nach, als ginge es um eine Freundin. Wie bewertest du die Situation jetzt?
Zoom mal aus der Szene raus, was ist da noch?
Vielleicht hast du ja die Möglichkeit in der ein oder anderen Situation mal eine andere Perspektive zu erfragen. Wie nehmen andere dich wahr? Was erwarten sie tatsächlich von dir? Du könntest angenehm überrascht werden.
Zur Enstehung des Beitrages
Draussen sind 37 Grad, Drinnen 28 …
Es ist Mittwoch Nachmittag und in meinem eigenen Coworking-Angebot KometsSchreibzeit, arbeite ich in der Regel an einem Beitrag für diese Seite …
Ich habe den Termin nicht abgesagt, es sind auch fünf weitere motivierte Personen anwesend. Jede arbeitet für sich, im eigenen Tempo. Bewusst entschieden habe ich, nicht abzusagen, sondern mir die Rahmenbedingungen zu setzen, die für mich funktionieren.
Lange habe ich damit gehadert, bei Hitze nicht gut zu funktionieren, wähend andere aufblühen. Inzwischen ist es mir gelungen, diese Unterschiede einfach als genau das zu sehen, was sie sind: Unterschiede.
Und es ist niemandem geholfen, wenn ich an die Menschen denke, die sich ihre Zeit weniger flexibel einteilen können als ich und ich mich deswegen dazu zwinge ebenfalls zu funktionieren. Was wäre daran fair und wem würde das nützen?
#SeiDuSelbst lautet meine Lieblingsbotschaft
Wir funktionieren eben nicht alle gleich und das ist auch gut so. Wichtig ist, dass wir für uns selbst herausfinden, was wir brauchen und was uns gut tut.
Dieser Artikel entstand langsam mit Wassereis und einer Kanne grünem Tee.
Und falls der rote Faden in diesem Beitrag ein wenig verwirrend sein sollte, bedenke die Entstehungsbedingungen. Ich hoffe, es ist der ein oder andere wertvolle Impuls für dich dabei, es ist das bestmögliche, was ich dir heute mit auf den Weg geben kann und tatsächlich ehrlich authentisch.
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Stephanie (Suiseino-Beratung)