Bitte schön ein Wortbüffet:
** 3 Begriffe: #Wert - #Wertigkeit - #Ansatz
Wie sollte man das Wort „Wert“ mit einer Definition versehen, wenn alle Worte selber Werte haben? Man sollte das nicht, man muss es. Der Wert von einem Wort verleiht ihm Bedeutung. Wenn wir selber nicht im Stande sind, unsere eigenen Worte zu begreifen, dann macht es für uns jemand anders. Wenn jemand anderes bestimmt, was ein Wort bedeutet, ist das ein passiver erzwungener Wert. Wenn man es selbst bestimmt, ist das ein aktiver Wert. Indem wir den Wert eines Wortes nicht nur als #Bedeutung, sondern als wirksames Element gesellschaftlicher Strukturen begreifen, eröffnet sich eine neue #Perspektive: Werte lassen sich wie Daten behandeln – als steuerbare Größen, die im öffentlichen Recht einen Wandel ermöglichen. In diesem Sinne stellt die Wertemeisterschaft (WM) den Begriff ‚Werte‘ als funktionale Datenbasis für strukturelle Transformationen des Rechtswesens vor.
Ein #Wort erhält seine #Funktion erst dadurch, dass ihm Werte zugeordnet werden – diese bewusste Zuweisung nennen wir seine Wertigkeit. Ein Sprecher zeigt, dass er seine Worte versteht, indem er selbst daran mitwirkt, was sie bedeuten sollen. Wie gut er sie versteht, erkennt man daran, wie klar und verbunden er die Bedeutungen mit ihren Zusammenhängen verbindet und anhand der sich aktualisierenden Zusammenstellung wiederbewerten kann. Das Werte Projekt stellt ein System für Individuen bis hin zu ganzen Staaten vor, Wissensverarbeitung und Handlung durch die bewusste Anheftung, Abstimmung und Verdichtung von Wertigkeiten zu organisieren. Der Resultat wird ein Zustand bisher unerreichter Selbstbestimmung: die WM.
Wenn ein Sprechakt etwas unmittelbar bezeichnet, sprechen wir von den „Worten“ selbst; steht jedoch das Verstehen oder die Funktion des Ausdrucks im Mittelpunkt, geht es um seinen „Wert“. [FN Frege wollte die Unterscheidung zwischen „Sinn“ und „Bedeutung“ als naturgegebene Erklärung einsetzen – doch gerade durch diese Wortwahl aktivierte er das Bedeutungsfeld, das er nur beschreiben wollte, und übersah, dass er damit bereits Teil des Vorgangs wurde, den er zu analysieren suchte. Die WM gelingt dies, indem sie den neutralen Begriff „Wert“ zusammen mit seiner „Wertigkeit“ verwendet – was eine große Spannweite möglicher Bedeutungszuschreibungen erlaubt, ohne zusätzlichen begrifflichen Aufwand. Voraussetzung dafür ist ein philosophisches Verständnis von Bewertung, gefolgt von einer Ontologie der Welt innerhalb von Bewertungsrahmen – sowie gesellschaftliche Mittel, um unberechenbare, transzendente Werte zu erkennen und zu bewahren.] . Wenn man einem Wort verschiedene Werte geben kann, entsteht ein Bedeutungsraum – das ist seine Wertigkeit. Wird dieser Raum so verdichtet, dass das Wort damit funktional einsetzbar wird, nennen wir das seinen systematischen Wert. Bisher wurde die funktionale Nutzbarkeit geschätzt, und man hat sich an den Erkenntnissen über den Bedeutungsraum erfreut – aber die Philosophen haben die Welt genug beschrieben; nun geht es darum, sie zu verstehen. Verständnis bedeutet hier nicht bloß ein selbstbezogenes „Erkenne dich selbst“ [FN „Erkenne dich selbst“ setzt, ob gewollt oder nicht, eine gewisse Selbstzufriedenheit voraus – meist auf Grundlage einer sozialen Mittelschicht (III.Stolz). Hier jedoch wird Selbsterkenntnis als Fundament für Gemeinschaft verstanden – als Voraussetzung für eine Rechtsgesellschaft, in der nicht nur Rechte bestehen, sondern auch die stillen, passiven Kosten gemeinsam getragen werden.] – sondern beginnt [FN nach grundlegender Vorbereitung im Teil II] mit meinem Beitrag dazu: als Ausgangspunkt einer Bewegung, die Welt in ihren Gegebenheiten gemeinsam zu verstehen und das darin liegende Potenzial gemeinsamer Entwicklung zu entfalten.
Dieses Buch zeigt, wie man Bedeutungsräume so gestalten kann, dass sich die damit verbundenen Werte systematisch entfalten – und dadurch demokratische Prozesse beschleunigt werden. Es geht nicht darum, jedes Wort endgültig zu definieren, sondern eine Methode zu entwickeln, um Begriffe im digitalen Zeitalter rechtlich handhabbar zu machen. Ziel ist es auch nicht, die Welt zu verändern. Ich gehe von ursprünglichen Werten aus, die von Menschen über viele Interpretationen hinweg tiefgehend erörtert wurden–sie können wir allerdings nur andersartig verstehen und über Verständnis (bzw. das Runterfahren der Schutzschilder des Verstands) demokratische Funktionen über diese Worte entwickeln. So wie jedes Rechtssystem, nur aktualisiert für das digitale Zeitalter.
Wir #Menschen warten insofern darauf, dass bereits bestehende Funktionen reibungslos nutzbar werden – das erfordert sowohl technologische Lösungen als auch eine philosophische Grundlage, die Teil gemeinsamer Bildung sein muss. Es war immer unser Recht – getragen von der Stimme des Volkes –, die Welt nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Die wachsende Zahl von Rechtskonstrukten wie „juristischen Personen“ und ihre ständige Rechtfertigung von Umwelt- und Gedankenverschmutzung durch die Hoffnung auf eine kommende „Singularität“ [FN Die „Singularität“ wurde von Ray Kurzweil als jener Punkt beschrieben, an dem sich künstliche Intelligenz selbst verbessern kann. Ob das je eintritt, ist unklar – doch diese vage Hoffnung dient als Projektionsfläche für Investitionen, wobei die Interessen vor allem von den Eliten ausgehen. Die Weltlage verbessert sich dadurch nicht.] verringern nicht den Abstand zwischen der Realität und der mangelhaften, technokratischen Ordnung. Alle Menschen können vom gemeinsamen Verständnis profitieren. Anstatt den Begriff des Wertes auf Geld oder hohle Morale zu verengen, lade ich Sie ein, eine echte Wertebasis zu ermöglichen.
Ich nenne den Bedeutungsrahmen, in dem eine Wertäußerung wirkt, ihre Wertigkeit. Ein Wort erhält seinen systematischen Wert, wenn es durch genügend fremde Bewertungen funktional einsetzbar wird. Auch wenn dies ein gedankliches Konstrukt ist, geschieht es oft automatisch: Spricht man über die Wertigkeit des Helden an sich, wird die Heldenhaftigkeit selbst zum Thema. Dieses Modell will keine endgültigen Definitionen liefern, sondern ein Werkzeug für das öffentliche Recht im digitalen Zeitalter sein. Eine offene Interpretation bedeutet dabei nicht, dass Wörter beliebig sind. Die Wertigkeit soll als Sammelpunkt dienen, an dem sich wiederkehrende Bedeutungsmuster eines Wortes in Bezug auf seine ihm zugeordneten Wertbezüge erkennen lassen.