
Protest für ME/CFS, Post-Vac und Long-Covid betroffene Menschen
Für Aufklärung, Versorgung, Forschung!
Die zweite Schleswig-Holsteinische #LiegendDemo für ME/CFS-Betroffene findet am Samstag, den 9. Mai 2026, auf dem Nordermarkt in Flensburg statt. Die Aktion setzt sich für mehr Sichtbarkeit, Versorgung und Forschung ein und lädt Unterstützerinnen und Unterstützer ein, sich gemeinsam für Betroffene hinzulegen, die selbst zu krank zur Teilnahme sind. Sie ist ist Teil einer bundesweiten Kampagne, die vom 8.-12. Mai stattfindet
- Ort: Nordermarkt, Flensburg.
- Datum: 09.05.2026 von 13-15 Uhr
- Motto: „Die Zeit läuft ab – unser Leben zerrinnt! Versorgung, Aufklärung, verbindliche, wirksame Forschung – jetzt!“.
#LiegendDemo mit Infostand und Redebeiträgen. Bringt eine Unterlage mit und schütze dich und Andere mit einer FFP2-Maske
Bitte geh‘ für uns zur #LiegendDemo – denn wir sind selbst zu krank dafür
Veranstalterinnen: Die Initiative #LiegendDemo und PiEr e.V. demonstrieren für Menschen mit #MECFS, für #aufklärung #versorgung #forschung
Mehr im Web unter: liegenddemo.de und auf Instagram: instagram.com/liegenddemo/ und instagram.com/liegenddemo.sh/
Hintergrund:
(von der Stadtblog-Redaktion leicht angepasster Info-Text von der Homepage der Initiative #LiegendDemo)
Zwischen dem 8. und 12. Mai gibt es bundesweit Demonstrationen für Menschen mit ME/CFS.
Für bessere Versorgung, mehr Forschung und mehr Aufklärung – und dadurch mehr Kompetenz im Gesundheitssystem.
Rund 620.000 Menschen mit ME/CFS wurden 2023 mindestens einmal in einer kassenärztlichen Praxis behandelt (Kassenärztliche Bundesvereinigung ↗). Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich deutlich höher, da viele Betroffene nicht erkannt oder fehldiagnostiziert werden.
Einschließlich Long COVID gehen aktuelle Analysen von etwa 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland aus (ME/CFS Research Foundation ↗).
Der Unterschied erklärt sich durch die Methodik: Während offizielle Zahlen nur erfasste Diagnosen zählen, berücksichtigen diese Analysen auch nicht-diagnostizierte Fälle und die tatsächliche Verbreitung von Infektionen. Dadurch wird die reale Krankheitslast vollständiger abgebildet
„#LiegendDemo – also eine Demo im Liegen?“ Ja, genau.
Eine „LiegendDemo“ – also eine „Demonstration im Liegen“ – ist eine Protestform, bei der sich die Teilnehmenden symbolisch auf den Boden legen. Damit machen sie sichtbar, was für viele Menschen mit ME/CFS Alltag ist: massive körperliche Schwäche, extreme Belastungsintoleranz und ein Leben, das sich oft auf das Liegen in reizarmen, abgedunkelten Räumen reduziert.
Warum diese Form des Protests?
ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung. Etwa ein Viertel der Betroffenen ist schwer erkrankt. Viele können alltägliche Tätigkeiten wie Duschen oder den Gang zur Toilette nicht mehr selbstständig bewältigen. Ein großer Teil ist hausgebunden oder bettlägerig.
Das Kernsymptom ist PEM (Post Exertionelle Malaise) – eine zeitverzögerte, teils lang anhaltende oder dauerhafte Zustandsverschlechterung nach schon geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung.
Hinzu kommen oft starke Schmerzen sowie eine ausgeprägte Reizempfindlichkeit. Licht, Geräusche oder Berührungen können kaum ertragen werden. Viele Betroffene leben deshalb dauerhaft in ruhigen, abgedunkelten Räumen und sind von gesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.
Die „Demonstration im Liegen“ macht diese Lebensrealität sichtbar und setzt ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen.
Warum ist Aufklärung wichtig?
Viele Ärztinnen und Ärzte sind bislang unzureichend über ME/CFS informiert. Fehlbehandlungen können die Symptome deutlich verschlimmern und zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führen.
Gleichzeitig fehlt es auch in der breiten Bevölkerung an Wissen über die Erkrankung. Sachliche Information und Aufklärung sind deshalb notwendig, um Verständnis zu schaffen, Fehlinformationen zu vermeiden und die Situation der Betroffenen sichtbar zu machen.
Wer steckt hinter der Initiative?
Die Initiative #LiegendDemo ist ein Zusammenschluss von Menschen mit ME/CFS, Angehörigen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern.
Sie wurde im Juli 2022 von Gritt Buggenhagen gegründet, mit dem Ziel, die Erkrankung sichtbarer zu machen und auf die schwierigen Lebensbedingungen der Betroffenen aufmerksam zu machen. Die erste LiegendDemo fand 2023 vor dem Deutschen Bundestag statt und markierte den Beginn eines bundesweiten Protestformats.
Heute wird die Initiative von Gritt Buggenhagen geleitet und in Zusammenarbeit mit Evelyn Fay weitergeführt. Das Team ist über Deutschland und Österreich verteilt und arbeitet überwiegend von zu Hause aus. Viele der Beteiligten sind selbst erkrankt und daher in ihrer Mobilität stark eingeschränkt.
Schirmherrschaft
Seit April 2026 ist der ehemalige Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB Schirmherr der Initiative #LiegendDemo.
Mit seinem Engagement unterstreicht er die Wichtigkeit und Dringlichkeit unserer Anliegen. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um auf die Lebensrealität von Menschen mit ME/CFS aufmerksam zu machen.
Wir danken Herrn Lauterbach ausdrücklich für seine Schirmherrschaft und die damit verbundene Unterstützung!
Zum gleichen Thema auch ein Beitrag im Stadtblog Flensburg vom 21. April 2026:
Einstimmiger Beschluss des Flensburger Sozialausschusses zur Verbesserung der Versorgung der betroffenen Menschen
Am 20.4. haben die Mitglieder des Flensburger Sozialausschuss über alle Parteigrenzen hinweg einstimmig der Beschlussvorlage des Linken Bündnis, mit der die Versorgungs der betroffenen Menschen verbessert werden soll, zugestimmt. Auch die neue Sozialdezernentin Melanie Bach und der Behindertenbeauftragte Christian Eckert unterstützten das Anliegen des Antrags. Mehr dazu in dem untenstehenden Beitrag
akopol.wordpress.com/2026/04/2…
PiEr e.V. in Schleswig-Holstein:
In Schleswig-Holstein gibt es als Interessenverband der Betroffenen den PiEr e.V., der sich auch an der Organisation der LiegendDemo beteiligt. Als gemeinnütziger Verein kämpft er dafür, Betroffenen in Schleswig-Holstein eine bessere Versorgung zu sichern. Der Verein betreibt Aufklärung über diese komplexen Krankheitsbilder und geht in den konstruktiven Austausch mit der Landespolitik und gesellschaftsrelevanten Behörden, um auch dort weiterführende Impulse zu setzen. Im Netz unter: pier-schleswig-holstein.de/ und auf Instagram instagram.com/pier.schleswig.h…
Mehr zum PiEr e.V. im untenstenden Flyer als PDF-Datei zur Ansicht und zum Download.
Flyer PiEr e.V. 1Herunterladen
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Die steigenden Kosten von Long COVID und ME/CFS in Deutschland
Ein neuer Bericht von Risklayer und der ME/CFS Research Foundation modelliert erstmals die Prävalenz und die Kosten von Long COVID und ME/CFS in Deutschland.
Christoph Zamaitat (ME/CFS Research Foundation)
Antrag des Linken Bündnis zu ME/CFS und Long Covid im Sozial- und Gesundheitsausschuss einstimmig beschlossen
Am 20.4. haben die Mitglieder des Flensburger Sozial- und Gesundheitsausschusses einstimmig der Beschlussvorlage des Linken Bündnis zu ME/CFS und Long Covid, mit der die Versorgung chronisch erkrankter Menschen in Flensburg verbessert werden soll, zugestimmt. Eine kleine redaktionelle Änderung gab es dabei, es heißt jetzt nicht Long Covid, sondern Post Covid.
Ziel des Antrags ist es, die Versorgungssituation insbesondere für Menschen mit Erkrankungen wie ME/CFS und Post Covid besser zu erfassen und bestehende Versorgungslücken zu schließen.

Hintergrund ist, dass bislang kaum verlässliche Daten darüber vorliegen, wie viele Menschen in Flensburg von diesen Erkrankungen betroffen sind und welche Unterstützung sie tatsächlich erhalten. Nach Ansicht der Fraktion erschwert dieser Mangel an Informationen eine bedarfsgerechte Planung im Gesundheits- und Pflegebereich.
„Wir wissen derzeit zu wenig darüber, wie die tatsächliche Versorgungssituation in Flensburg aussieht“, sagt Jörg Pepmeyer, Mitglied im Sozialausschuss für das Linke Bündnis. „Ohne eine solide Datengrundlage können Versorgungslücken kaum erkannt und entsprechend geschlossen werden.“
Katharina Janßen vom Linken Bündnis betont die besondere Dringlichkeit des Themas: „Viele Betroffene erleben massive Schwierigkeiten, überhaupt medizinische und pflegerische Unterstützung zu erhalten. Häufig fehlen sowohl ausreichende Kenntnisse über die Erkrankungen, als auch passende Versorgungsstrukturen. Termine bei Haus- oder Fachärzten sind schwer zu bekommen, Pflegedienste können die besonderen Bedürfnisse oft nicht berücksichtigen.“
Die neue Sozialdezernentin Melanie Bach und der Behindertenbeauftragte Christian Eckert unterstützten ebenso das Anliegen des Antrags. Eckert wies im Ausschuss zudem auf ein wichtiges Problem hin, nämlich dass die Betroffenen enorme Schwierigkeiten haben, einen Behindertenstatus zu bekommen, der Ihnen hilft spezielle Pflegeleistungen und besondere medizinische Hilfe einfach und ohne bürokratische Hürden in Anspruch nehmen zu können. Viele müssten deshalb vor den Sozialgerichten ihr Recht einklagen.
Katharina Janßen und Jörg Pepmeyer freuten sich nach der Abstimmung im Sozialausschuss ganz besonders. Dies sei ein wichtiger Schritt, um den Betroffenen zukünftig besser die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Auch MitstreiterInnen der schleswig-holsteinischen Betroffenen-Initiative PiEr e.V., die die Sitzung des Sozialausschusses als Gäste verfolgten, zeigten sich hochzufrieden. Sie organisieren am 9. Mai in Flensburg eine „LiegendDemo“, um die besonderen Probleme dieser Menschen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken
Nach der erfolgreichen Beratung und Beschlussfassung im Sozial- und Gesundheitsausschuss wird die Vorlage auch noch im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung sowie im Hauptausschuss behandelt.
Mehr zum Thema und zur #LiegendDemo am 9. Mai im Stadtblog Flensburg unter tinyurl.com/2s49d6af und unter: tinyurl.com/3m2x7fhs
Der Antrag (beschlossen mit der redaktionellen Änderung: statt Long Covid heißt es jetzt Post Covid) untenstehend zur Ansicht und zum Download
Beschlussvorlage_Linkes_Buendnis_HA-16-2026Herunterladen
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