Die Spannerbrille von Meta soll nicht verboten werden. Es geht um die Frage, ob sie bereits verboten ist. In Deutschland dürfen nämlich keine Kameras verkauft werden, die nicht als Kamera erkennbar sind.
Im Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) heißt es:
„Es ist verboten, Telekommunikationsanlagen zu besitzen, herzustellen, auf dem Markt bereitzustellen, einzuführen oder sonst in den Geltungsbereich dieses Gesetzes zu verbringen, die ihrer Form nach einen anderen Gegenstand vortäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind und aufgrund dieser Umstände oder aufgrund ihrer Funktionsweise in beson
... show moreDie SpanĀnerĀbrilĀle von Meta soll nicht verĀboĀten werĀden. Es geht um die FraĀge, ob sie bereits verĀboĀten ist. In DeutschĀland dürĀfen nƤmĀlich keiĀne KameĀras verĀkauft werĀden, die nicht als KameĀra erkennĀbar sind.
Im TeleĀkomĀmuĀniĀkaĀtiĀon-DigiĀtaĀle-DiensĀte-DatenĀschutz-Gesetz (TDDDG) heiĆt es:
āEs ist verĀboĀten, TeleĀkomĀmuĀniĀkaĀtiĀonsĀanĀlaĀgen zu besitĀzen, herĀzuĀstelĀlen, auf dem Markt bereitĀzuĀstelĀlen, einĀzuĀfühĀren oder sonst in den GelĀtungsĀbeĀreich dieĀses GesetĀzes zu verĀbrinĀgen, die ihrer Form nach einen andeĀren GegenĀstand vorĀtƤuĀschen oder die mit GegenĀstƤnĀden des tƤgĀliĀchen Gebrauchs verĀkleiĀdet sind und aufĀgrund dieĀser UmstƤnĀde oder aufĀgrund ihrer FunkĀtiĀonsĀweiĀse in besonĀdeĀrer WeiĀse geeigĀnet und dazu bestimmt sind, das nicht ƶffentĀlich gesproĀcheĀne Wort eines andeĀren von dieĀsem unbeĀmerkt abzuĀhƶĀren oder das Bild eines andeĀren von dieĀsem unbeĀmerkt aufzunehmen.ā
Es droht eine Geld- oder GefƤngĀnisĀstraĀfe. Die Die MenĀschenĀrechtsĀorĀgaĀniĀsaĀtiĀon HateĀAid hat desĀhalb AnzeiĀge gegen Meta, Ray-Ban, OakĀley und mehĀreĀre Optik-HƤndĀler bei der GeneĀralĀstaatsĀanĀwaltĀschaft FrankĀfurt am Main einĀgeĀreicht. HateĀAid beklagt, dass sich bei ihnen seit JahĀren FƤlĀle von bildĀbaĀsierĀter, digiĀtaĀler Gewalt hƤuĀfen, bei denen vor allem FrauĀen gefilmt und sexuaĀliĀsiert darĀgeĀstellt werĀden. Durch Smart GlasĀses würĀde nun eine besonĀders unaufĀfƤlĀliĀge ĆberĀwaĀchungsĀtechĀnoĀloĀgie als AllĀtagsĀgeĀgenĀstand getarnt. Nicht selĀten fƤnĀden BetrofĀfeĀne erst JahĀre spƤĀter herĀaus, dass BildĀmaĀteĀriĀal im Netz kurĀsiert, nachĀdem es bereits weit verĀbreiĀtet wurde.
Das kleiĀne LED an den SpanĀnerĀbrilĀlen ist meiĀner MeiĀnung nach nur dazu da, damit sich Meta 10 JahĀre vor Gericht streiĀten zu kƶnĀnen, ob das als KameĀraĀkennĀzeichĀnung ausĀreicht oder nicht. Dann stellt das letzĀte Gericht fest, dass es so nicht geht. In der ZwiĀschenĀzeit verĀdieĀnen Mark ZuckerĀberg und seiĀne MilĀliĀarĀdƤrs-CliĀque bei Meta weiĀterĀhin eine golĀdeĀne Nase mit den Daten der MenĀschen. Dann bringt Meta eine rote VerĀsiĀon der LED herĀaus und der Streit fƤngt von vorĀne an.
SmarĀte BrilĀle haben sicher auch seriƶĀse EinĀsatzĀzweĀcke ā wie bisĀher auch schon. Aber Meta ist kein seriƶĀses UnterĀnehĀmen. Wie so oft ist nicht die TechĀnoĀloĀgie das ProĀblem, sonĀdern das GeschƤftsmodell.
Meta hat versucht, das Erscheinen von "Careless People" zu verhindern. Die Autorin, Sarah Wynn-Williams, darf derzeit keine Promotion dafür machen. Ein guter Grund, das Buch zu lesen.
Steffen VoĆ (kaffeeringe.de)