Ja, das ist, auch aus abolitionistischer Perspektive, ein Fall, der keine endgültige Antwort zulässt:
"Kein Vergeben!" meint hier, die Morde sollen nicht relativiert werden. Auch wer nicht unmittelbar betroffen ist, darf sagen, dass eine Tat für ihn moralisch so schwer wiegt, dass er keinen Grund sieht, der Täterin symbolisch „Absolution“ zu erteilen. „Kein Vergeben!“ ist hier Ausdruck einer ethischen Haltung und nicht ein Sprechen im Namen der Opfer.
Er meint auch, dass wir als Außenstehende nicht zu schnell Frieden, Abschluss oder Versöhnung verlangen, nur damit die Sache für uns emotional erledigt ist. Gerade Außenstehende profitieren sonst leicht von einem schnellen „Schwamm drüber“.
Aber ich sehe Deinen Punkt. Das "Kein Vergeben!" ist hier kein Sprechen für die Angehörigen.
"Kein Vergessen!": Vergebung ist eine persönliche Entscheidung der unmittelbar Verletzten. Erinnerung dagegen ist aber, vermutlich unstreitig, auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Als N
... show moreJa, das ist, auch aus abolitionistischer Perspektive, ein Fall, der keine endgültige Antwort zulässt:
"Kein Vergeben!" meint hier, die Morde sollen nicht relativiert werden. Auch wer nicht unmittelbar betroffen ist, darf sagen, dass eine Tat für ihn moralisch so schwer wiegt, dass er keinen Grund sieht, der Täterin symbolisch „Absolution“ zu erteilen. „Kein Vergeben!“ ist hier Ausdruck einer ethischen Haltung und nicht ein Sprechen im Namen der Opfer.
Er meint auch, dass wir als Außenstehende nicht zu schnell Frieden, Abschluss oder Versöhnung verlangen, nur damit die Sache für uns emotional erledigt ist. Gerade Außenstehende profitieren sonst leicht von einem schnellen „Schwamm drüber“.
Aber ich sehe Deinen Punkt. Das "Kein Vergeben!" ist hier kein Sprechen für die Angehörigen.
"Kein Vergessen!": Vergebung ist eine persönliche Entscheidung der unmittelbar Verletzten. Erinnerung dagegen ist aber, vermutlich unstreitig, auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Als Nicht-Opfer kann man daher legitim sagen: „Ich will diese Tat nicht aus dem kollektiven Bewusstsein verschwinden lassen.“
Mit den vielen Jahren Abstand besteht nämlich die Gefahr, dass selbst die Taten des NSU historisiert werden. Der Satz "Kein Vergessen!" besteht darauf, dass das Geschehene seine moralische Schwere nicht verlieren darf, nur weil Zeit vergangen ist.
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