Die Termine in der Übersicht:

Filmvorführung & Gespräch
Wiederständige Bilder: Kurzfilme zum Recht auf Abtreibung
In Kooperation mit film:korte und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Flensburg
Im Rahmen von FemMarch
Seit den 70ern ist das Recht auf Abtreibung ein zentrales Kampfthema der Frauenbewegung. Allen Hoffnungen auf eine langsame und zäh erkämpfte Legalisierung zum Trotz sehen wir uns einer Verschlechterung der tatsächlichen Lage gegenüber. Ganz besonders in Flensburg durch die ideologische starre Haltung der katholischen Kirche bei der Fusion der Krankenhäuser.
Im Wartezimmer wird die Filmemacherin plötzlich von der Gejagten zur Jägerin. Ansitzen spricht über schmerzliches Abwarten, die lange Dauer politischer Kämpfe und die Kraft, eigene Bilder zu erzeugen und somit Schamgefühlen etwas entgegenzusetzen. Foto: Ansitzen ©Franca Pape
Die Flensburger Kurzfilmtage haben mit dem Kurzfilm FUSION im Wettbewerb zu einer weiterführenden Diskussion angestoßen. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um über Formen von Widerstand und Recht zu sprechen. In mehreren Kurzfilmen wird der Fokus auf Abtreibungs-Situationen liegen. Dabei werden politische Rahmenbedingungen, Formensprache als Widerstand und Gefühle betrachtet – ob als experimentelle Form, in der die Protagonistin im Wartezimmer von der Gejagten zur Jägerin wird, oder als Recherchearbeit über die lokale Situation in Flensburg.
In einem anschließenden Gespräch möchten wir mit Gästen Strategien diskutieren, die sich Kunst und Recht im Ringen um straffreie, zugängliche und sichere Abtreibungen erobern können.
Vivian Buchhorn wird weitere Filme kuratieren und das Gespräch moderieren.
05.03, 20 Uhr
Ein Tag ohne Frauen – ETOF Stage fists raised©Rise and Shine Cinema
Filmvorführung & Gespräch
Ein Tag ohne Frauen
In Kooperation mit film:korte und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Flensburg
Im Rahmen von FemMarch
„Was, wenn sich jede Frau einfach einen Tag frei nehmen würde…“
Als 90 Prozent der isländischen Frauen an einem Herbstmorgen im Jahr 1975 ihre Arbeit niederlegten und ihre Häuser verließen, weil sie sich weigerten zu arbeiten, zu kochen oder sich um die Kinder zu kümmern, brachten sie ihr Land zum Stillstand und katapultierten Island zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein“.
Zum ersten Mal von den Frauen selbst erzählt und mit spielerischen Animationen versehen, ist EIN TAG OHNE FRAUEN subversiv und unerwartet lustig. „Wir liebten unsere chauvinistischen Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen, “wir wollten sie nur ein wenig verändern!“ Der Film erschien pünktlich zum 50. Jahrestag des Streiks im Jahr 2025 und regt mit seiner Botschaft über die kollektive Kraft der Frauen, die Gesellschaft zu verändern, dazu an, das Mögliche neu zu denken.
Im Anschluss an die Filmvorführung laden das Gleichstellungsbüro und die Pilkentafel zu einem Gespräch, um genau das zu tun: das Mögliche zu denken.
06.03., 20 Uhr
Gemeinsam mit der CVO-Buchhandlung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Juno Grenz
Queerfeministischen Perspektiven auf die Normalisierung (extrem) rechter Positionen
Vortrag & Gespräch
Der Kampf ‚gegen Gender‘ lässt sich in Europa seit den 2010er Jahren und inzwischen auch weltweit beobachten. Er spielt eine zentrale Rolle für die zunehmende Normalisierung von (extrem) rechten Positionen. Insbesondere über Angriffe auf die Thematisierung von geschlechtlich und sexuell vielfältige Lebensweisen in Bildungskontexten werden Queerfeindlichkeit und Antifeminismus wieder ‚salonfähig‘ gemacht.

Der Vortrag zeichnet zunächst die Anfänge der ‚Anti-Gender‘-Mobilisierung nach. Anschließend wird verdeutlicht, dass diese inzwischen nicht mehr ausschließlich über Angriffe und Skandalisierungen funktioniert, sondern zunehmend in den privaten Bereich der Familienerziehung vordringt. Dieses Vorgehen verspricht, bereits im Kindesalter queerfeindlich-antifeministische, völkisch-nationalistische und autoritäre Vorstellungen zu vermitteln.
Vor dem Hintergrund der vorgestellten Erkenntnisse wird anschließend diskutiert, wie der zunehmenden Normalisierung von (extrem) rechten Positionen begegnet und was ihr entgegengesetzt werden kann.
Juno Grenz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Geschlechterforschung des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Europa-Universität Flensburg. In ihrer Forschung befasst sie sich u.a. damit, wie in der sogenannten ‚Neuen Rechten‘ gegen eine Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse mobilisiert und autoritäre Erziehungskonzepte re-etabliert werden. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Bildung in Zeiten von Antifeminismus“ ist im November 2025 im Budrich-Verlag erschienen.
12.03., 20 Uhr
GERMANIAB*TCH – Foto: Dana Rabea Jäger
Gastspiel in Kooperation mit dem Frauenforum und dem Gleichstellungsbüro
Kollektiv ohne Konsens
GERMANIAB*TCH
In GERMANIAB*TCH beleuchtet das Kollektiv ohne Konsens, was oft verharmlost wird: die Rolle von Frauen in der extremen Rechten und ihr antifeministisches Handeln. Ob als Mütter, Influencerinnen, Politikerinnen oder Aktivistinnen – sie sind Teil des ideologischen Zentrums und verbreiten menschenfeindliches Denken. Die Inszenierung ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Rechercheprozesses, in dem sich das Kollektiv tief in antifeministische Netzwerke, rechte Ästhetik und Geschlechterbilder eingearbeitet hat. Entstanden ist eine performative Collage, die mit Tarnung, Unbehagen und ideologischen Brüchen spielt. Dabei treffen dokumentarisches Material, feministische Theorien und ironische Brüche aufeinander.
Das Kollektiv verbindet gesellschaftspolitische Schärfe mit Spiellust, Humor und popkulturellen Referenzen. GERMANIAB*TCH ist eine Stückentwicklung über das scheinbar Unsichtbare, das längst wirkt, über das Verharmloste, das längst gefährlich ist.
14.03., 20 Uhr
Gastspiel
Brexit Colada
Das Erbe
ein Neo-Musical
Wir müssen über das Erben sprechen! – Das sagen nicht nur Brexit Coloda, das fanden vor einem Jahr auch begeisterte Zuschauer*innen in Flensburg und vielen anderen Orten. Und so laden wir die beiden noch mal ein: Zwei adelige Privilegierte auf einer Grenzerfahrung zwischen Aktionismus und Hedonismus. Mit wortgewaltigen Liedern lassen sie Hochkultur mit Popkultur kollidieren und stellen elementare Fragen an das Erbe und die bröckelnde Gesellschaft auf einem ächzenden Planeten.
Das Erbe – Foto: Alex Münch
Ein 90-minütiges Stück zwischen Theater, Performance und Musik, mit einem geerbten Konzertflügel voller Überraschungen. Durch Einflüsse aus Klassik, Punk, Elektronik, Pop und Songwriting schaffen zwei revoltierende Randfiguren ein neues Genre: Neo-Musical. Neo-Musical bedeutet die Disneyfizierung der Realität aus dem Genre Musical herauszuexorzieren und die Abgründe des Kapitalismus singbar zu machen. Aber der Humor muss bleiben! Das Erbe fragt nach Ressourcenverteilung, Solidarität und dem guten Leben. Dürfen die Wohlständischen diesen Kampf überhaupt kämpfen? Wer erbt hier was und wieviel? Und hast du Erbscham? Diesen Planeten erben wir jedenfalls alle.
19., 20., 21.03., jeweils 20 Uhr
Filmvorführung & Gespräch
gesprächs:bedarf
A Night of Knowing Nothing
In Kooperation mit film:korte und Studierenden der EUF und HS

Payal Kapadia
FR / IND 2024 Dokumentarfilm 96’
OmeU (Hindi, Bengali mit engl. Untertiteln)
Am Film and Television Institute of India wird eine Box mit Briefen gefunden, die Zeugnis ablegen von der Unmöglichkeit einer kastenübergreifenden Liebe und den Protesten der Studierenden gegen die hindu-nationalistische BJP. Wie im Traum erscheinen die 16-mm-Bilder in Schwarz-Weiß zu den vorgelesenen Briefen. Ausgelassenen Tanzszenen folgen Bilder von Streiks und Protesten, denen mit wachsender Gewalt begegnet wird. Die Freiheit der Studierenden prallt auf die Diskriminierung von Frauen, Muslim*innen, Dalit und kritischer Journalist*innen.
Tanzen, Lieben, Demonstrieren und Diskutieren als Möglichkeiten des Protests durchziehen Payal Kapadias Debüt-Film und erhellen die von Traurigkeit durchtränkten Bilder. Fragen danach, was und wie erinnert wird und welche Rolle Hochschulen in Zeiten steigender gesellschaftlicher Spaltung und zunehmender Vereinfachung haben, weisen weit über Indien hinaus.
Dieser Film wird im Rahmen von gesprächs:bedarf, einer wiederkehrenden Reihe von filmkorte e.V., gemeinsam mit Studierenden aus Flensburg gezeigt. Im Anschluss an den Film wird es ein moderiertes Gespräch geben.
Payal Kapadia (*1986) hat selbst am Film and Television Institute of India (FTII) in Pune studiert. Ihre Kurzfilme liefen auf zahlreichen Filmfestivals, u. a. in Cannes und auf der Berlinale. A Night of Knowing Nothing ist Kapadias erster Langfilm. Er wurde 2021 in Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
26.03., 19 Uhr
SERVICE:
Kassenöffnungszeiten
Die Abendkasse öffnet immer 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn. Bei ausverkauften Vorstellungen gibt es dort eine Warteliste, auf die man sich eintragen kann. Sollten reservierte Karten nicht abgeholt werden, können diese dann als Restkarten erworben werden.
Ticketshop: https://karten.pilkentafel.de
Wir empfehlen, Tickets online über unseren Webshop zu erwerben. Die Bezahlung erfolgt per Bankeinzug oder Kreditkarte. Sie können die Karten zu Hause ausdrucken, oder sich auf Ihr Smartphone laden. Über das Internet erworbene Karten können grundsätzlich nicht zurückgenommen oder umgetauscht werden. Für verfallene Karten wird kein Ersatz geleistet.
Vorverkauf über karten.pilkentafel.de oder in den Vorverkaufsstellen u.a. Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in der Großen Straße / SHZ-Kundencenter in der Nikolaistraße und bei allen bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen.
Solidarisches Preissystem
Solidarisches Preissystem bei freier Platzwahl
Aufführungen: 12€ / 18€ / 25€
Orientierung: 25,- € ist für alle, die es sich leisten können. 18,- € ist der reguläre Preis. 12,- € ist der ermäßigte Preis nach Selbsteinschätzung.
Ermäßigte Karten für Studierende gibt es im AStA-Büro der Uni Flensburg für 8€. Anmeldung für Schulklassen (8€ pro Schüler*in) direkt im Büro der Pilkentafel.
Kulturschlüssel
Für jede Aufführung kann man bis zu zwei Eintrittskarten für 1€ beim bequa-Programm Kulturschlüssel im Norden reservieren. Informationen und Reservierung https://foerdekompass.sh/
Barrierefreiheit
Die Theaterwerkstatt Pilkentafel ist eingeschränkt barrierefrei. Der Zugang zum Foyer und in den Theatersaal sind ebenerdig und stufenlos erreichbar. Die Eingangstüren sind ausreichend breit. Die sanitären Anlagen sind leider nicht barrierefrei mit einem Rollstuhl zu erreichen. Bei Fragen oder Hilfestellungen sind wir über unsere Telefonnummer 0461- 24901 erreichbar.
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