Es war so weit, es muss getestet werden.
Zum einen ja der halb fertige Bogen aus selbstgemachtem Handstück und dann die aus dem alten Ski gefertigten Wurfarme.
Meine Sehne von meinem Recurvebogen passt bestens auf den neuen, so das ich da nichts neu bauen muss und die einfach verwenden kann.
Die Wurfarme sind noch nicht final, das heißt, da kann und muss noch Material runter, wenn es sein muss. Das Handstück ist bis auf Kanten brechen und ein wenig smooth machen, auch so weit fertig und schon einmal geölt.
Dazu ja noch mein EibenLehrstück aus einem verdrehten Stück Holz. Den habe ich ja auch versucht zu richten und anzupassen. Und, für den habe ich eine Sehen gebaut, da ich da nichts passendes habe. Die ist auch noch nicht final, hat keine Sehnenwicklung und auch noch keine Nockpunkt. Kann aber alles noch kommen.
Heute wollte ich die beiden dann auch mal schießen. Da ich nicht viel zeit habe (die Crossgolf EM steht ja vor der Tür), habe ich kurzerhand beim Jugendtraining mal „mitgemacht“.
Zuerst der Skibogen. Den habe ich zuerst einmal auf das Zuggewicht getestet. Die Erwachsenen hatten ein wenig schiss beim ziehen, aber so schnell bekommt man Ski nicht zerbrochen.
Die Bauform sieht ganz gefällig aus und auch das Ziehen geht ganz smooth. Letztlich stand dann auf der Zugwaage eine Zahl von 20,66 Pfund und das bei mehrmaligen Versuchen. Der Bogen ist da recht stabil.
Ich habe keine Ahnung, was ich da erwartet habe. 20 Pfund sind weder gut noch schlecht, eher etwas für jugendliche, von der Zugkraft her.
Das Schießen lief eigentlich super und ohne große Probleme. Für mich ist das zu wenig Zuggewicht, trotz allem sind die Pfeile recht gut geflogen.
Ich habe auch alle die wollten, damit mal schießen lassen, bei den Kindern kam es nicht so richtig an, denen fehlte die fertige Pfeilauflage. Nur mit blankem Holz kommen die leider nicht klar.
Für mich stellt sich jetzt die Frage: wie weiter machen?
Ich hatte ja angeboten, den für unser Bogensportturnier als Preis zu stellen. Die Verantwortliche meint dann, das die den Preis zwar nehmen würde, die, die den dann bekommen würden, das aber sicher nicht zu schätzen wissen.
Was wieder noch eine Frage aufmacht.
1. Frage: soll ich den Bogen so fertig stellen?
2. Frage: für was oder wen fertig stellen?
3. Frage: Wenn fertigstellen, was sollte ich daran noch tun?
4. Frage: Ggf. andere Wurfarme bauen?
Zur Frage 1
Den Kindern haben die alten Ski als Wurfarme überhaupt nicht gefallen. Also nur optisch nicht, den technischen Hintergrund, warum man dafür Ski nehmen kann, sehen sie leider nicht. Für Erwachsene ist der Bogen mit 20 Pfund eher zu leicht, also für die meisten SchützInnen.
Frage 2
Ich würde den Bogen schon gern als Preis stellen. Für mich selber sehe ich mich immer noch als Primitivbogenschützen. Das hier war ein Experiment ob ich das kann vom Tun her und ob man damit auch vernünftig schießen kann.
Beides kann ich mit Ja beantworten.
Frage 3
Ich könnte die Skiwurfarme noch mal jeweils um ein paar Zentimeter kürzen, das bringt Steifigkeit dazu und ggf. auch, das die Zugkraft steigt. Das kann ich aber erst durch trail and error ausfinden, weil ich mit Ski als Wurfarme keine Ahnung habe und wie die sich da verhalten. Die Länge würde es auf alle Fälle hergeben.
Was sich nicht ändern würde, wäre das die Wurfarme immer noch nach Ski aussehen und das fanden sie ja alle, nicht so prickelnd.
Frage 4
Wenn die Ski Wurfarme nicht so ankommen, warum nicht welche aus Holz bauen? Auch da habe ich noch Ideen und das Material da. Nur, da wird die Zugstärke sicherlich anziehen und kräftiger werden. Also da dann kaum als Preis für die Jugend in Betracht kommen.
Meine Momentane Überlegung geht dahin, ich baue den jetzt mit den Skiwurfarmen erst einmal final fertig. Die Auflage wird noch passend gemacht, damit Kinder damit klarkommen.
Eine neue und passende Sehen mit Wicklungen und allem drum und dran.
Und dann sehen wir mal weiter, übers Knie brechen muss ich da ja nichts.
Kommen wir zu dem EibenLehrstück.
Da schnitze ich ja schon eine ganze Weile dran rum und da habe ich schon eine ganze Menge lernen können. Ob das alles richtig ist oder nicht, da gibt es sicher auch mehr als zwei Meinungen.
Zumindest ist das Holz als Holzart, schon einmal echt toll. Die Farbe ist schön und gefällt mir und da Holz ist auch recht fordernd, beim bearbeiten.
Wie den Skibogen, habe ich den gestern mit zum Training genommen, zum einen um die neue Sehen zu testen, zu sehen wie Zugstark der Bogen ist und auch, um mal ein ppaar Pfeile schießen zu können.
Was mich dann überrascht hat, der Bogen ist ja mittlerweile recht „dünn“ geworden an den Enden und auch insgesamt hat man nicht das Gefühl, eine Brechstange in der Hand zu haben. Und dann Zugwaage angelegt und getestet. Nach mehrmaligen Testen stand dann immer noch 65,15 Pfund Zuggewicht auf der Waage. Das ist für meine Spagetti Ärmchen und fehlender Muskulatur, eindeutig zu viel.
Natürlich muss ich da noch ein paar Pfeile fliegen lassen. Problem eins, icvh kann den Bogen nicht mal bis in den Anker ziehen und halten – ich Lusche. Also nur so weit ziehen, wie ich das sauber hinbekomme. Die fehlende Sehenenwicklung erschwerte das halten der Pfeile ein wenig und auch der fehlende Nockpunkt.
Fazit nach ein paar Pfeilen, ich muss kräftiger werden. Ich muss dringend am Bogen noch ein sStück weit weiter tillern und da noch optimieren, was auch zur Folge haben wird, das der weicher wird und damit auch weniger Zuggewicht am Ende haben wird. Wenn ich denn am Ende auf unter 40 Pfund bekomme, um so besser. Das kann ich dann wohl auch über einen Turniertag handeln.
Auch hier werde ich weiter dran arbeiten, schließlich mach mir das „mit Holz Arbeiten“ sehr viel Spaß. Und auch an der Bogenform gibt es noch ein paar Sachen zu verbessern, so das die Arbeit ja nicht ausgeht.
Dieses mal leider ohne Bilder, die Drive geht leider noch nicht
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