Ich habe gestern einen Gastbeitrag von Kristina Schröder auf WELT online gelesen. Darin geht es um den Sozialstaat – und um persönliche Assistenz für behinderte Menschen. Und ehrlich gesagt: Er hat mich tief getroffen.
Denn wenn über Assistenz als „nicht mehr tragbare Kosten“ gesprochen wird, dann geht es nicht abstrakt um Haushaltszahlen. Dann geht es um mein Leben.
Assistenz ist für mich kein Luxus. Kein Extra. Kein Wunschkonzert.
Assistenz ist das, was mich morgens aufstehen lässt. Was mir erlaubt zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, mich einzubringen, selbstbestimmt zu leben.
Ohne Assistenz wäre mein Leben kleiner. Abhängiger. Fremdbestimmt. Vielleicht sogar institutionell verwahrt statt frei.
Ich brauche Assistenz 24 Stunden am Tag, weil Behinderung keinen Feierabend kennt. Weil Notfälle keine Bürozeiten haben. Weil Würde nicht um 22 Uhr endet.
Wenn Politik und Medien darüber diskutieren, ob Menschen wie ich „zu teuer“ sind, dann erzeugt das Angst.
... show moreIch habe gestern einen Gastbeitrag von Kristina SchrΓΆder auf WELT online gelesen. Darin geht es um den Sozialstaat β und um persΓΆnliche Assistenz fΓΌr behinderte Menschen. Und ehrlich gesagt: Er hat mich tief getroffen.
Denn wenn ΓΌber Assistenz als βnicht mehr tragbare Kostenβ gesprochen wird, dann geht es nicht abstrakt um Haushaltszahlen. Dann geht es um mein Leben.
Assistenz ist fΓΌr mich kein Luxus. Kein Extra. Kein Wunschkonzert.
Assistenz ist das, was mich morgens aufstehen lΓ€sst. Was mir erlaubt zu arbeiten, Verantwortung zu ΓΌbernehmen, mich einzubringen, selbstbestimmt zu leben.
Ohne Assistenz wΓ€re mein Leben kleiner. AbhΓ€ngiger. Fremdbestimmt. Vielleicht sogar institutionell verwahrt statt frei.
Ich brauche Assistenz 24 Stunden am Tag, weil Behinderung keinen Feierabend kennt. Weil NotfΓ€lle keine BΓΌrozeiten haben. Weil WΓΌrde nicht um 22 Uhr endet.
Wenn Politik und Medien darΓΌber diskutieren, ob Menschen wie ich βzu teuerβ sind, dann erzeugt das Angst. Die Angst, dass meine Freiheit an einem Verwaltungsakt hΓ€ngt. Dass mein Leben jedes Jahr neu infrage gestellt wird. Dass ich mich rechtfertigen muss, warum ich so leben darf wie andere ganz selbstverstΓ€ndlich.
Dabei zeigt die Geschichte etwas anderes:
Stephen Hawking, Helen Keller, viele andere β ihre Leistungen waren nur mΓΆglich, weil Assistenz und UnterstΓΌtzung ihnen Zugang zur Welt gegeben haben. Nicht trotz Assistenz. Sondern wegen ihr.
Ja, Assistenz kostet Geld.
Aber die eigentliche Frage ist: **Was kostet es uns als Gesellschaft, wenn wir anfangen, MenschenwΓΌrde zu kΓΌrzen?**
Ich bin keine Kostenstelle.
Ich bin ein Mensch.
Und mein Leben ist kein Sparposten.
Quelle: Kristina SchrΓΆder, βSozialstaat: Was wir uns kΓΌnftig nicht mehr leisten kΓΆnnenβ, WELT, 11.12.2025.
#Inklusion #Assistenz #Selbstbestimmung #Behindertenrechte #Teilhabe #MenschenwΓΌrde